Geändert am 6.11.2016
 

Henriette Kaiser

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Bücher

in progress:

Ab März 2014: ein größeres Projekt in Buenos Aires:

„Tanz durch Argentinien“

Ein Foto-Erzählungs-Buch. Zentrum ist Argentinien, das ich bisher zweimal für mehrere Monate bereist habe.

Nicht ad acta gelegt, aber schwer zu finanzieren::

„Auf dem Schiff, da wurden wir Juden“

Es geht um die deutsch-jüdischen Exilanten, die in die Länder am Río de la Plata flohen – und dort später auch auf ihre Mörder und Verfolger stießen. Man denkt, es wurde so viel über diese Exilanten veröffentlicht. So ist es aber nicht. Die letzten noch lebenden Zeitzeugen sollen hier zur Sprache kommen. Ich habe einige von ihnen kennengelernt und interviewt..

 

Schlussakkord
Die letzten Monate mit Katja

Am 28. Februar 2004 erscheint das vergriffene Buch wieder als TB im Buchhandel. Dieses Mal beim Herder Verlag.

Ehrenpreis für Künstler und Journalisten 2006 von der BAG Hospiz

 

Inhalt:
„Das Sterben ist nichts anderes als die Fortführung des Lebens.“ Diese Aussage der krebskranken Katja wird zum Schlüsselsatz für Henriette Kaiser, die versucht, ihrer Freundin auf dem Weg in den Tod beizustehen. Ergreifend und mit viel Einfühlungsvermögen schildert die Autorin diese ungeheuerliche Reise, die sie als Begleiterin erlebt hat, und zeigt, dass es trotz aller Ratlosigkeit und Trauer, trotz des Schmerzes eine tiefe Bereicherung für das eigene Leben sein kann, das Sterben mitzuerleben.

-> Hier einige Details zur Entstehung des Buchs.

Als  SCHLUSSAKKORD 2006 zum ersten Mal erschien, gab es noch längst nicht so viele Bücher zu dem Thema Sterben – Krebs etc. wie heute. Zu meiner großen Freude aber hat sich mein Buch trotz der starken Konkurrenz auch von vielen prominenten Autoren unauffällig aber konstant gehalten. So weiß ich von Hospiz-Mitarbeitern und Onkologen, dass sie es ihren Mitarbeitern zu lesen geben, damit sie einen Einblick erhalten, wie dieser Themenkreis auf laienhafte Begleiter wirken kann. Und von Lesern habe ich so viele bewegende Briefe bekommen, dass ich mich hier an dieser Stelle bei ihnen bedanken möchte. Nicht nur, weil es für mich als Autorin eine Bestätigung ist, etwas Sinnvolles getan zu haben, sondern weil es Katjas großer Wunsch war, dass ihr Sterben es anderen Leuten vielleicht ein wenig erleichtert, sich mit dem Sterben auseinanderzusetzen. Und bei jeder Resonanz höre ich ihr Lachen, das mir auch heute noch fehlt.

 

katjaKatja im Jahr 2000

Pressestimmen:

"Ein reifes, mutiges und sehr lebendiges Buch." Tageszeitung, Beate Kayser, 13.04.06

"Ein einfühlsames Buch, das ein Tabuthema zur Sprache bringt und zeigt, dass die Konfrontation mit dem Sterben - trotz Hilflosigkeit und Trauer - auch eine Bereicherung für das eigene Leben sein kann." Südwestrundfunk, 03/06

"Klug und unlarmoyant nähert sich das Buch den Grundfragen unserer Existenz." Frankfurter Neue Presse

"Die fesselnde Lektüre beeindruckt durch ihre Wahrhaftigkeit...eine berührende Hommage an Katja und eine Liebeserklärung an das Leben." Franziska Coesfeld, Hamburger Abendblatt, 04.11.06

"Ein Buch über die Freundschaft, wie sie intensiver und inniger nicht sein kann." Tiroler Tageszeitung

"Henriette Kaiser hat einen nüchternen, fast dokumentarischen Ton gewählt. Nie tut sie so, als könnte oder wüsste sie etwas besser. Das macht ihr Buch sympathisch und auch wahrhaftig." Süddeutsche Zeitung

"Wer schon einmal Sterbebegleitung erlebt hat oder Trauernde besser verstehen möchte, der wird dankbar und atemlos das geschilderte Geschehen aufnehmen."
Mitteldeutsche Zeitung

Muss man sich das antun? (…) Ja, das lohnt sich. Denn es handelt sich nicht um schwer erträgliche Betroffenheitsliteratur, sondern um ein inhaltlich und stilistisch gelungenes Werk (...)Sie hat (…) dabei Erfahrungen gemacht und analysiert, die auch für professionelle Helfer im Bereich der Onkologie Horizont erweiternd wirken können. (…) Sie findet die Balance zwischen den Schrecken des Sterbens und der fast nüchternen Reflexion darüber, die es auch dem Leser ermöglicht, teilzuhaben und gleichzeitig auf Distanz zu bleiben.(...) Onkologische Pharmazie, 16.2. 2007, Dr. Sabine Thor-Wiedemann.

(...)Dieses Buch ist eine schmerzliche und zugleich tiefgründige Dokumentation(...)Wie nah und gleichzeitig fern man der geliebten Freundin bleibt. Wie banal und gleichzeitig unergründlich das Sterben ist.(...)
Rundbrief: Hospiz Düren, Winter 2008, Dr. Gerda Graf, Ehrenvorsitzende des Hospiz und Palliativverbandes

Randbemerkung:

Der persönlichen Geschichte von Katjas Sterben und meiner Begleitung habe ich ein Kapitel über die allgemeine Sterbehilfe-Thematik hinzugefügt. Ich habe es für die Neuauflage nicht entfernt. Diese Thematik ist nach wie vor brandaktuell, gerade zur Zeit, da die Politik Gesetze ändern möchte. Ich habe große Sorge, dass dies in die falsche Richtung geschehen wird.

Natürlich müssen durch Gesetze Missbräuche so gut es geht verhindert werden. Aber niemals werden noch so ausgeklügelte Gesetzes- und Verbotskolonnen einen Missbrauch zur Gänze ausschließen können. Das ist der falsche Ansatz und zumeist unter moralischen/religiösen/politischen/wirtschaftlichen Aspekten auch noch völlig verdreht. Auch Menschen, die an keiner tödlichen Krankheit leiden und in Palliativstationen und Hospizen ihre letzte Lebenszeit würdig verbringen können, müssen die Möglichkeit haben, würdig und selbstbestimmt zu sterben. Die Furcht vor einem Massensuizid ist aus der Luft gegriffen. Die wenigsten Menschen führen im Ernstfall den Finalschritt wirklich aus. Aber es geht darum, diese Wahl überhaupt zu haben, ohne zu entwürdigenden oder illegalen Methoden greifen zu müssen.

Es ist an der Zeit dieses Thema weniger voreingenommen und objektiver zu diskutieren. Sterben gehört zum Leben dazu. Es geht um die Würde des Menschen. Und dazu gehört Selbstbestimmung, auch was das Ende des Lebens angeht. Ich habe nun beschlossen, mit meinen Mitteln dafür zu kämpfen. Ein erster Schritt war dieses Buch, weitere habe ich vor kurzem eingeleitet.

 

Bereits erschienen:

„Filme . Macherinnen“

edition text und kritik, September 2013

41 Gespräche mit Absolventinnen der Hochschule für Fernsehen und Film, die einen tiefen Einblick in die Medienwelt geben und weit über die Frauenthematik hinausgehen. Nicht besonders glücklich bin ich darüber, dass die HFF meinen Gesprächen einen riesigen Komplex mit Statistiken und wissenschaftlichen Erörterungen hinzugefügt hat. Das hat nicht nur den Erscheinungstermin um Jahre verzögert, sondern das Buch wurde unnötig verteuert und in eine Richtung geschoben, die dem modernen Umgang mit dieser Thematik widersprechen. Schade für die interviewten Frauen und für mich natürlich auch. Lesenswert ist das Buch in meinen Augen natürlich trotzdem und ich hoffe, die Gespräche noch gesondert herausbringen zu können.

 

„Sprechen wir über Musik“

Schriftliche Ausarbeitung des online-blogs des SZ-Magazins, in dem Joachim Kaiser auf Musikfragen der Leser und Zuhörer antwortet. Erscheint am 19. November 2012, Siedler Verlag.

Präsentation: 9. Dezember 2012, 17 Uhr, im Literaturhaus München.

 

„Ich bin der letzte Mohikaner“

Ullstein Verlagsgruppe, 396 Seiten, Hardcover, Oktober 2008

Taschenbuch-Ausgabe im Oktober 2009, Listverlag.

Mohikaner

Inhaltsangabe:

"Hat man so kurze Daumen wie ich, kann man viele Stücke auf dem Klavier kaum spielen. Ein normaler Pianist hat sicherlich doppelt so lange Daumen. Ich bin ein anpassungsfähiger Begleiter. Das hätte ich vielleicht professionell machen können. Aber ich glaube, so wie es jetzt ist, habe ich es richtiger getroffen. Das Wichtigste ist doch, dass man seinen Beruf mit Passion ausübt. Und das ist bei mir nun einmal das kritische Reflektieren und der Äußerungstrieb." (Joachim Kaiser, Kritiker der Süddeutschen Zeitung seit 1959)

 

Leben für Musik

Aus dem Buchcover


Wenn jemand 1951 zum ersten Mal publiziert und im Jahr 2008 als knapp 80-Jähriger immer noch aktiv am Berufsleben teilnimmt, muss er sich etwas bewahrt haben, das sein Antrieb ist. Bei Joachim Kaiser ist es ganz sicher die Leidenschaft. Die Leidenschaft für Hochkultur und ihre Vermittlung.
Im persönlichen Gespräch mit seiner Tochter Henriette teilt sich nicht nur diese Leidenschaft mit. Joachim Kaiser spricht über seine frühe Begeisterung für Musik, Literatur und Theater und seine Arbeit als Kritiker, gibt Einblick in die Themen, die ihn zeitlebens beschäftigen, und berichtet von Begegnungen mit Schriftstellern, Philosophen und Musikern: von Theodor W. Adorno über Leonard Bernstein, Artur Rubinstein, Alexander Kluge, Hans-Magnus Enzensberger, Ingeborg Bachmann, Erich Maria Remarque, Anne-Sophie Mutter, Jean Pierre Ponnelle bis hin zu Christoph Schlingensief. Eine unkonventionelle Aufbereitung der Biographie und der thematischen Inhalte eines Menschen, lebendige Zeitgeschichte, unterhaltsam erzählt, abwechslungsreich dargestellt und vertieft durch Artikel aus sechs Jahrzehnten.

Pressestimmen:

"Vermengt mit einigen seiner berühmtesten Kritiken und Aufsätze (von insgesamt 8000) und auch den Vater nicht schonenden persönlichen Befragungen von Henriette Kaiser durchwandert der Leser noch einmal einen ungemein vielseitigen und wieder lebendig werdenden Kosmos der bundes-republikanischen Zeit- und Kulturgeschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts... " dpa/Mommert/14.10.08

"Die Kaisers scheinen Humor zu haben, und das ist das Schöne an diesem Buch. Das Zwinkern zwischen den Zeilen, das sagt, ja, ja, so viel Erhabenes auf einem Fleck, so viel Gewusstes um des Wissens willen und so viele schrecklich berühmte Leute und überlebensgroße Tote..."
DER TAGESSPIEGEL/ 11.10.08/Christine Lemke-Matwey

"Wer an der Person Joachim Kaiser interessiert ist - und es lohnt sich, ihm in diesem Buch zu begegnen -, wer darüber hinaus etwas erfahren will über die Kunst und ihre Interpreten, ist mit diesem Band bestens bedient."
MÜNCHNER MERKUR/ 28.10.08/ Sabine Dultz

"Für kulturell interessierte Leser ist dies ein ungemein spannendes Buch."
HAMBURGER ABENDBLATT/ 18.10.08

»Ein enorm reiches, belehrendes Buch. Amüsant ist es vor allem auch.«
BÜCHER/ Dez. 08/Jan. 09

"Dieses Lebenswerk ist auch ein Spiegel der Kultur der Bundesrepublik mit allen schillernden Eigenarten." hannoversche Allgemeine / 17.12.2008 / Rainer Wagner.

Schlussakkord
Die letzten Monate mit Katja

Erstveröffentlichung: Deuticke-Verlag , Februar 2006, 272 Seiten, Hardcover

btb-Verlag, Juni 2008, Taschenbuch

 

 

 

Entstehungsgeschichte von Schlussakkord:

Zwei Wochen vor ihrem Tod bat mich meine Freundin Katja, sie war 37 Jahre alt, einen Film über ihr Sterben zu drehen, damit andere Menschen die Möglichkeit bekommen, sich besser auf das Ende einzustellen, als sie es konnte. Es war zu spät für so einen Film. Das wenige Material, das ich gedreht habe, habe ich bis heute nicht gesichtet.

 

Katja im Jahr 2000


Katjas Anliegen ließ mich nicht los -auch wenn ich wusste, dass ich nicht über "das Sterben" schreiben könnte. Wenn überhaupt, würde ich nur berichten können, was ich als Sterbebegleiterin erlebt habe. Aber auch das waren zu viele Ereignisse und Gefühle, um sie für andere nachvollziehbar in eine Form zu bringen. Bis ich eine Lösung fand, nämlich Katjas Sterbensweg mit einem einzigen Thema zu kombinieren, das für uns beide immer wichtiger wurde: die Glaubensfrage. Daraus entstand zunächst ein Essay, den der Bayerische Rundfunk in seinem zweiten Hörfunkprogramm erstmalig am 1. November 2002 sendete:

"Annehmen und Loslassen", 25 Minuten, Bayern 2 Radio, Redaktion Sybille Giel, Sprecherin Caroline Schreiber.


Dieses Essay wurde die Basis für das Buch
"Schlussakkord", in der ich die vielen anderen Komponenten zu dem Thema einbetten konnte. Das Buch beginnt mit der Entdeckung der Krebskrankheit und endet ein Jahr nach dem Tod meiner Freundin. Parallel zu den Geschehnissen im Krankenhaus, in Katjas Wohnung, in einer Palliativstation, im Hospiz und meinen Gedanken, die gewaltige Turbulenzen durchmachten, sind meine Tagebuchnotizen und E-Mails beigefügt, die häufig dem eben Erlebten widersprechen, aber auch das Sterben in das ganz normale Leben integrieren. Dazu zwei Gedichte von Katja, geschrieben kurz vor ihrem Tod.

Katjas Zimmer zu Hause

Ein Kapitel, das indirekt mit dem Sterben meiner Freundin zu tun hat, habe ich dem Buch angeschlossen. Es streift das umstrittene Thema Sterbehilfe. Darum kommt man nicht herum, wenn man Menschen mit starken Schmerzen im Endstadium ihres Lebens sieht. Außerdem sind Palliativbehandlung und Hospizbetreuung nur zu notwendige Teilgebiete der bei uns legitimierten Sterbehilfe. Ein objektives, von Vorbehalten losgelöstes Weiterdenken scheint mir dringend angebracht.


Blumen und Todeskerzeim Hospiz vor Katjas Zimmer am Tag ihres Sterbens

 

Katja und Henriette, 1986, Berlin